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Sport und soziale Arbeit

Präambel

Eine wesentliche Funktion und kontinuierliche Aufgabe des (organisierten) Sports ist die „soziale Integration“ aller Menschen in Niedersachsen.
Unter „Soziale Arbeit“ im Sport verstehen wir:
die besondere Hinwendung zu Menschen, die aufgrund ihrer besonderen Lebensumstände schwer Zugang zu einem gelingenden Miteinander finden.
Darunter verstehen wir das Erlernen und Praktizieren von Fairness, Partizipation, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung usw.

Gemäß unserem eigenen Anspruch: „Sport für alle“
und gemäß dem gesellschaftspolitischen Auftrag, uns stark zu machen für Menschen in besonderen Lebenslagen, verpflichten wir uns aus unserem Grundverständnis eines ganzheitlichen Menschenbildes, Handlungskonzepte zu entwickeln und einzulösen, die diesem Anspruch gerecht werden.

Dieser Auftrag ist in der Satzung (§2, Pkt. 4.7) des LandesSportBundes Niedersachsen e. V. (LSB) verankert:
„Der Vereinszweck wird insbesondere erreicht durch … Schaffung, Förderung und Unterhaltung sozialer Einrichtungen sowie Durchführung und Unterstützung sozialer Arbeit im Bereich des Sports…“

Zentrale Grundlage und ideelle Basis des Handelns des LSB ist dabei das Leitbild „Mittendrin – in unserer Gesellschaft“ (§2, Pkt. 5.).
Das Prinzip des Gender Mainstreaming (vgl. §2, Pkt. 6.) und ebenso das Prinzip des Cultural Mainstreaming soll durchgängig Anwendung finden.

Die Grundsatzerklärung „Sport und Zuwanderung“ des Deutschen Sportbundes (DSB) vom 4.12.2004 bildet die Grundlage für die Integrationsbezogenen Aspekte dieses Konzepts.

Selbstverständnis

Sportvereine zeigen ein hohes soziales Engagement. Sie leisten ein vielfältiges Spektrum von Handlungen, die zu einem gelingenden Miteinander führen. Sie können also ihre sportfachliche Kompetenz vor Ort einbringen, um Lösungen für anstehende Probleme in Vernetzung mit anderen (z. B. Jugendamt, Sozialamt, Wohlfahrtsverbände, Sportamt, Soziale Beratungsinstitutionen, Polizei, Schulen, Präventionsräte) zu entwickeln und zu finden.
Soziale Arbeit bezeichnet eine sozialwissenschaftliche Fachdisziplin. Handlungen, die diesem Tätigkeitsfeld zuzuordnen sind, müssen also fachspezifischen Methoden genügen, die i. d. R. durch fachberufliche Ausbildung erworben werden.
Sport und Soziale Arbeit führt das soziale Engagement des organisierten Sports und die fachspezifischen Möglichkeiten der Sozialen Arbeit zusammen.
Zusammenfassend verstehen wir unter "Sport und Soziale Arbeit":

... die Zielgerichtete Anwendung von fachspezifischen Methoden, die vorrangig durch fachberufliche Ausbildung erworben werden, zur Gestaltung von Bedingungen, die es Menschen in besonderen Lebenslagen ermöglichen, sich in die Gesellschaft allgemein und in das Sozialsystem „Sportverein“ insbesondere zu integrieren.
In diesem Sinne beschreiben wir Soziale Arbeit im, durch und mit Sport:
Soziale Arbeit im, durch und mit Sport heißt für uns:

  • Soziale Arbeit im Sport findet im LandesSportBund Niedersachsen e. V. bzw. seiner Sportjugend, in den Sportbünden, Fachverbänden und Vereinen statt.
  • Soziale Arbeit durch Sport heißt, soziale Arbeit mit dem Medium Sport innerhalb der Sportorganisation, insbesondere der Vereine und in Kooperation mit anderen außerhalb der Vereine.
  • Soziale Arbeit u. a. mit Sport heißt für uns, dass wir unsere Sportkompetenz und strukturellen Möglichkeiten in die Lösung sozialer Probleme im Gemeinwesen vor Ort einbringen.

Dabei ist uns ganz besonders wichtig, dass wir mit unseren ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern professionell handeln.
Beide können sowohl strategische Aufgaben als auch Aufgaben der operativen Umsetzung übernehmen bzw. übertragen bekommen.

Vereinsservice

Das Aufgabengebiet "Sport und Soziale Arbeit" verpflichtet sich den Leitideen des Vereinsservice. Sowohl in der kontinuierlichen Basis- bzw. Kernarbeit als auch in allen eingewobenen Projekten finden die Säulen Information, Schulung, Beratung und Vermittlung Umsetzung. Während sich die Umsetzung der Ideen des Vereinsservice in der Basisarbeit im Wesentlichen auf die Stärkung der Kreisebene (Sportbünde und deren Sportjugenden) bezieht, kann die Umsetzung der Ideen des Vereinsservice in den Projekten auch direkt an die Vereine / Kooperationspartnerschaften / Menschen vor Ort gerichtet sein.
Die sich hieraus ergebenden Aufgabenfelder besonders in der Basis- bzw. Kernarbeit unterliegen als kontinuierliche Aufgabenfelder einem Prozess stetiger Überprüfung, Weiterentwicklung und Verbesserung.

Der Stadtsportbund möchte an drei Projekten arbeiten:

  • Sport statt Strafe
    Es geht darum, geeigneten straffällig gewordenen Jugendlichen als erzieherische Maßnahme aufzuerlegen, an einer festgelegten Anzahl von Trainingstunden in einer von den Jugendlichen selbst ausgesuchten Sportart teilzunehmen. In dieser Zeit sollen die Jugendlichen sich an regelmäßige Tätigkeiten gewöhnen, Pünktlichkeit und soziale Kompetenzen (wiederer-)lernen. Die Sportjugend Essen in NRW hat mit diesem Projekt gute Erfahrungen gesammelt.
  • Sozialpädagogischer Sportfreizeitkurs
    Es geht darum, geeigneten straffällig gewordenen Jugendlichen als erzieherische Maßnahme aufzuerlegen, an einer festgelegten Anzahl von mindestens zwanzig Kursstunden teilzunehmen, während deren sie sowohl aktiven Sport betreiben als auch in der Diskussion mit Sozialpädagogen ihr Verhalten während der Übungsstunden zu reflektieren. Die Sportjugend Hameln praktiziert dieses Verfahren seit vielen Jahren.
  • Sonderkurs
    Es geht darum, besonders geeigneten straffällig gewordenen Jugendlichen im Einzelfall als erzieherische Maßnahme aufzuerlegen, an einer einer von ihnen gewünschten Lizenzausbildung ( Tauchen, Fallschirmspringen ) teilzunehmen. Ein Team aus Polizei und AWO in Braunschweig hat mit diesem Projekt schöne Erfolge.

Die Maßnahmen sollen in einem Netzwerk angeboten werden. Mögliche Partner sind die Jugendgerichtshilfe, die AWO, der Fachbereich Kinder, Jugend und Familien der Stadt Osnabrück, Präventionsgremien und Sportvereine. Wie immer im sozialen Bereich wird es nicht darum gehen, Massen von Jugendlichen zu betreuen. Vielleicht gelingt es uns aber in Einzelfällen, mit dem Medium Sport im Netzwerk soziale Arbeit zu leisten. Der Stadtsportbund freut sich auf Ihre Anfragen und Reaktionen. 
 

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:

Ausbildungsbereich Osnabrück
Wichtige Infos im Fußball-Spielrecht
Ausgebucht: Rechtliche Fragen zur eigenen Vereinshomepage
Wir bieten Service rund um den Sport






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